Sodbrennen / Magenschmerzen
Welche Symptome sind aus naturheilkundlicher Sicht typisch für Sodbrennen?
In unserer hektischen Zeit leiden immer mehr Menschen unter Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen oder einem Reizdarm. Viele wissen gar nicht, welche Folgen Sodbrennen haben kann und welche Untersuchungs- und Behandlungsmethoden es bei Magen- und Darmerkrankungen gibt.
Sodbrennen umschreibt einen Symptomenkomplex, welches die unterschiedlichsten Ursachen haben kann.
Typisch für Sodbrennen (lat. Pyrosis) ist ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen bzw. Säurerückfluss in die Speiseröhre, Schmerzen im Oberbauch und Völlegefühl.
Aber auch Schmerzen wie bei einem Magengeschwür, morgendliche Heiserkeit, nächtliche Hustenanfälle, asthmaähnliche Beschwerden, krampfende und drückende Schmerzen hinter dem Brustbein können durch einen Rückfluss von Magensaft bedingt sein. Die Schmerzen können sogar in die Schultern oder den Unterleib ausstrahlen.
Wo liegen aus naturheilkundlicher Sicht die Ursachen?
Die Ursachen sind oft vielseitig (multifaktoriell). Mögliche Ursachen sind z.B.
Psychosoziale Faktoren: Unbestritten ist, dass Stress-Situationen, psychische und soziale Belastungssituationen, häufig begleitend mit Depressionen und Angstzuständen, eine große Rolle spielen.
Zuviel Kaffee, Alkohol und vor allem Nikotin sowie üppige Mahlzeiten, fettes Essen, stark gewürzte und gebratene Speisen, Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte und Schokolade können Beschwerden hervorrufen.
Bei Nahrungsunverträglichkeiten können individuell auch verschiedene Nahrungsmittel, auf die jeweils reagiert wird, diese Symptome hervorrufen bzw. verstärken.
Falsche Essgewohnheiten, wie z.B. hastiges Hinunterschlingen von Speisen, Fastfood.
Übergewichtige und Schwangere leiden häufiger unter Sodbrennen, da die größere Körpermasse auf den Magen drückt. Bei Schwangeren liegt es auch an der hormonellen Umstellung, die die Motilität (Beweglichkeit) im Magentrakt verlangsamt.
Verstopfung, Blähungen, erhöhte Magensäureproduktion oder verzögerte Magenentleerung.
Manche Medikamente können als Nebenwirkung den Schließmuskel zur Speiseröhre erschlaffen lassen.
Organische Ursachen wie Erschlaffung des Schließmuskels
Langzeiteinnahme von Schmerzmitteln mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure und Rheumamittel mit dem Wirkstoff Diclofenac.
Bei Magengeschwüren ist fast immer das Bakterium Helicobacter pylori zu finden.
Die Genetische Veranlagung (Disposition)
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Ich rate vor einer Eigenbehandlung immer zu einem Check-up bei Ihrem Hausarzt.
Bei folgenden Alarmzeichen sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen:
Starken Schmerzen
Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme
Übelkeit, Erbrechen mit Blut
Blässe und Müdigkeit als Zeichen von Eisenmangel
Blutigem oder schwarz verfärbtem Stuhl
Eine genaue Untersuchung sollte dann ernsthaftere Erkrankungen, wie Entzündung der Speiseröhre, Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür, Angina pectoris (Herzschmerzen), ausschließen. Eine chronische Speiseröhrenentzündung begünstigt sogar Speiseröhrenkrebs!
Auch durch den Reflux von Gallensäuren kann es zur Schädigung der Magenschleimhaut kommen. Der Patient klagt dann meist über Sodbrennen und Beschwerden, die eine Gastritis vermuten lassen. Diese negativen Auswirkungen werden durch Stress noch verstärkt.
Ein geschwächtes Immunsystem kann Funktionsstörungen in Magen und Darm verursachen. Eine Stuhlanalyse ist zu empfehlen.
Die enge psychosomatische Verkettung zwischen Verdauungsorganen und der Psyche ist oftmals die Ursache für Beschwerden im Bauchraum.
Wie erfolgt die Diagnose?
Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese (Krankheitsgeschichte).
Eine klare Diagnose zu finden wird bei Beschwerden im Verdauungstrakt auf Grund der vielseitigen Beziehungen im Bauchraum recht schwierig.
Da die Beschwerden, die bei einem Reflux der Magensäure auftreten, den folgenden Krankheiten sehr ähnlich sind: Magengeschwür, Herzschmerzen (Angina pectoris), Muskelschmerzen, Rückenbeschwerden, Verstopfung, nervöser Darm, Gallensteine, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, sollte zunächst Ihr Arzt einige Untersuchungen durchführen. Untersuchungsmethoden sind z.B.
• Magenspiegelung (Gastroskopie) zur Feststellung, ob die Schleimhäute von Speiseröhre oder Magen entzündet sind oder, ob andere Veränderungen (z. B. Vernarbungen) vorliegen. Auch können dabei Gewebeproben entnommen werden.
• Bestimmung der Säureverhältnisse im Magen (pH-Wert)
• Röntgendiagnostik zur Erkennung eines „Ulcus duodeni“ = Zwöffingerdarmgeschwür
Dagegen kann jedoch die vegetative Fehlsteuerung, die sowohl Gastritis als auch Ulkus provoziert, kaum erfasst werden. Daher ist auch immer eine psychosoziale Anamnese wichtig.
Zu warnen ist vor einer schnellen „Gastritis-Diagnose, da eine chronische Gastritis in der Regel keine Beschwerden verursacht

