Reizdarm-Syndrom
Reizdarm-Syndrom / Reizmagen
Die Symptome des Reizdarmsyndroms (Colon irritabile) beziehen sich nicht nur auf den (Reiz-)Darm. Auch der gesamte Verdauungstrakt (einschließlich Dünndarm und Magen) kann beeinträchtigt sein.
Chronischen Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Trakts liegen sehr oft funktionelle Erkrankungen zugrunde, die sich in zwei verschiedene Krankheitsbilder unterteilen lassen. Dabei handelt es sich zum einen um Beschwerden, die vom oberen Magen-Darm-Trakt ausgehen und als Reizmagen oder auch funktionelle Dyspepsie bezeichnet werden und zum anderen um solche, die insbesondere vom Dickdarm ausgehen und als Reizdarm-Syndrom oder Colon irritabile bekannt sind. In der Praxis ist eine klare Zuordnung oft nicht möglich.
Betroffene verspüren die unangenehmen und oft lästigen Beschwerden gelegentlich oder in besonderen Situationen (z.B. bei nach Stress, Ärger, Prüfungsangst, Teamsitzung, Besprechungen oder zu besonderen Anlässen). Die psychischen Ursachen stehen hier oft im Vordergrund, aber auch viele andere Gründe, die durch eine gründliche Anamnese herausgefiltert werden.
Die genauen Ursachen sind bisher nicht bekannt, vermutlich liegt jedoch ein multifaktorielles Geschehen zugrunde. Diskutiert werden in der Hauptsache die drei folgenden Faktoren:
- Psychosoziale Faktoren: Stress-Situationen, psychische Belastungssituationen, Depressionen und Angstzustände.
- Störungen der Motilität: Störung der Kontraktionen im Magen-Darm-Trakt, ausgelöst durch Mahlzeiten, Emotionen usw.
- Verändertes intestinales Reizempfinden: Untersuchungen zeigten eine erniedrigte Schmerzschwelle bei Patienten mit Reizdarm-Syndrom.
Die einzelnen Symptome sind wenig charakteristisch, in ihrer Gesamtheit jedoch geradezu typisch. Liegen eher Beschwerden im Sinne eines Reizmagens vor, stehen vor allem dyspeptische Beschwerden, wie Brennen und Krämpfe im Oberbauch, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen sowie Druck- und Völlegefühl im Vordergrund.
Für das Reizdarm-Syndrom ist ein ständiger Wechsel von Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten, Blähungen sowie einem Druck- und Spannungsgefühl charakteristisch. Die Schmerzen können dabei an verschiedenen Stellen im Bauch auftreten und sind meist schlecht zu lokalisieren. Sie können, insbesondere wenn gleichzeitig Blähungen vorhanden sind, einen krampfartigen Charakter haben. Verstopfung und Durchfall treten oft im Wechsel auf.
Nachts sind die meisten Betroffenen jedoch beschwerdefrei. Dies unterscheidet den Reizdarm von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, bei denen durchaus auch nachts Beschwerden auftreten.
Da die Symptome bei "Reizmagen und Reizdarm-Syndrom" auch bei einer Vielzahl von organischen Erkrankungen vorkommen, ist die Diagnosestellung nach einem sicheren Ausschluss organischer Ursachen erforderlich. Die wichtigsten diagnostischen Maßnahmen sind neben der klinischen Untersuchung eine sorgfältige Anamnese. Gehen Sie daher bei den genannten Symptomen immer erst zu einem Hausarzt bzw. Facharzt (Internist).
Zwar wird die Lebenserwartung durch Reizmagen und Reizdarm-Syndrom nicht beeinträchtigt, jedoch ist die Lebensqualität der Betroffenen meist erheblich eingeschränkt.
gaznheitliche Therapie
Die Behandlung des Reizdarm-Syndroms erfordert eine ganzheitliche Vorgehensweise. Neben passenden Naturheilverfahren (Homöopathie, Symbioselenkung, Ernährungsumstellung, Neuraltherapie, Akupunktur …) spielen in meiner Praxis gerade auch die psychologische Beratung (Psychotherapie, Hypnosetherapie, Entspannungstechniken) eine große Rolle für eine erfolgreiche Behandlung. Diese trägt nicht nur entscheidend dazu bei, Unsicherheiten bzw. Ängste zu beseitigen, sondern fördert bei den Patienten auch das Gefühl der Mitverantwortlichkeit und die Bereitschaft im privaten und beruflichen Bereich auslösende oder verstärkende Stressfaktoren zu erkennen und soweit möglich zu beseitigen.
Zum alltäglichen Stressabbau zählt ein regelmäßiger Tagesablauf, täglich ausreichende körperliche Bewegung (z.B. Laufen, Fahrradfahren, Gymnastik, Schwimmen) und eine ausgeglichene Freizeitgestaltung.
Daneben können Entspannungsübungen wie zum Beispiel autogenes Training oder Meditation helfen. Auch eine gezielte psychotherapeutische Unterstützung (z.B. psychoanalytische Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, Hypnose) kann beim Reizdarm-Syndrom wirken.
Empfehlenswert ist auch die ganzheitliche Labordiagnostik um vorab Hinweise zu bekommen, ob Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Nahrungsmittelallergien vorliegen. Sie gibt auch Aufschluß über die Leistung der Verdauungsorgane. Eine Stuhluntersuchung zeigt Hinweise auf evtl. pathogene Keime, Entzündungen, Zusammensetzung der Darmflora.

