Gestörte Darmflora
Im Einklang des Menschen mit der Welt der Mikroben aus ganzheitsmedizinischer Sicht
Verdauung bedeutet nicht nur, die aufgenommene Nahrung mechanisch und chemisch aufzuschließen und in Energie umzuwandeln, sondern auch, die ausreichende Ausscheidung von Giftstoffen (Toxine) und Schlackestoffen, was jedoch nur in einem gesunden Milieu (gesunde Darmflora und Interstitium "Pischinger Raum" = Zwischenzellraum) funktioniert.
Der menschliche Verdauungstrakt beginnt bereits im Mund und die Verdauung beginnt dort mit dem Kauen. Das Kauen bereitet den Speisebrei durch die Speicheldrüsen vor. Gutes Kauen erleichtert den gesamten Verdauungsvorgang. In einem gesunden Verdauungsapparat arbeiten Mund, Speicheldrüsen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und der Dickdarm sowie das Hormon-, Gefäß- und Lymphsystem „Hand in Hand“ zusammen.
Dass krankmachende Bakterien und Pilze an der Entstehung von Krebs, Asthma, Allergien, MS, Arteriosklerose und vielen anderen Erkrankungen beteiligt sind, gilt heute als wissenschaftlich gesichert. So hat man vor wenigen Jahren kugelige Bakterien entdeckt, die in verkalkten Gefäßen hausen und dort ihr Unwesen treiben.
Das gesunde Milieu der Darmflora verändert sich im Laufe des Lebens durch bestimmte Faktoren (Antibiotika, Ernährungsfehler, Lebensmittelzusätze ... - siehe unten) so, dass es zu einem Ungleichgewicht zwischen den gesunden und krankmachenden Darmbakterien kommt.
Die krankmachenden Bakterien können sich in dem gestörten Darmmilieu übermäßig vermehren, indem sie unverdaute Nahrung durch Gärung verwerten und saure Giftstoffe produzieren.
Bei diesen Giftstoffen handelt es sich um giftige Abbauprodukte der Bakterien, die dann über die Darmschleimhaut ins Blut gelangen. Durch eine über Wochen und Monate bestehende Dysbiose (krankmachende Darmflora), kommt es zur Veränderung der Darmschleimhaut und Darmwände. Dies führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand.
Chronische Müdigkeit und Konzentrationsmangel können folgen solch einer Dysbiose sein (nicht intakte Darmflora).
Es ist nachvollziehbar, dass der Körper nicht mehr leistungsfähig ist, wenn er sich permanent mit Toxinen auseinander setzen muss und sich in einem dauerhaften Entzündungsstadium befindet.
Warum gerät der Darm aus dem Gleichgewicht?
Folgende Störfaktoren können das Gleichgewicht der Darmflora beeinflussen:
Antibiotika
bekämpfen nicht nur krankmachende Erreger, sondern töten auch die nützlichen Darmbakterien. Dies begünstigt die Vermehrung von weniger erwünschten Keimen. Die Barrierefunktion wird geschwächt oder bricht sogar zusammen. Hefepilze sind hier besonders begünstigt, weil sie gegen Antibiotika unempfindlich sind. Die Dysbiose kann damit leicht in eine echte Pilzinfektion übergehen.
Psychische Faktoren
Stress schwächt nicht nur den Körper, weil Vitamine, Mineralstoffe und Energie im Übermaß verbraucht werden. Oftmals werden die Depots durch eine schnelle, ungesunde und wertlose Ernährung nicht einmal wieder aufgefüllt. Stress hat aber auch über das Nervensystem eine erhebliche Auswirkung auf den Darm und seine Funktion. Über einen langen Zeitraum hinweg, hemmt er die Peristaltik – es kommt zu Verstopfung, Gärungs- und Fäulnisprozessen im Darm, die Überflutung des Körpers mit Toxinen sowie einem Überangebot von Nahrung für die Fäulnisflora, die dann die Säuerungsflora überwuchert.
Übermäßiger Gebrauch von Abführmitteln
schädigt die Darmschleimhaut und die natürliche Darmflora erheblich. Außerdem ist der vollständige Aufschluss der Nahrung durch eine viel zu schnelle Darmpassage nicht mehr gewährleistet.
Die „Pille“ und Hormone in der Menopause.
Östrogen wirkt wie ein Dünger auf Hefepilze. Bei einer ohnehin geschwächten Darmflora, kann es unter Einnahme von Östrogenen zu einer Pilzinfektion kommen.
Kortison und Chemotherapeutika
unterdrücken die körpereigene Abwehr und werden deshalb bei Autoimmunerkrankungen und zur Krebstherapie eingesetzt. Darüber hinaus verändern sie aber auch die Darmschleimhaut, was schließlich zu einer Dysbiose führt. Fremderreger können sich nun explosionsartig vermehren – oft sind Pilzinfektionen die Folgen.
Strahlentherapie
Durch die Strahlen wird die physiologische Darmflora geschwächt und Keime und Pilze können sich ungebremst vermehren
Operationen
Wenn zum Beispiel Teile des Darms entfernt werden oder aber die Abwehr durch langwierige Genesungsprozesse und verabreichte Medikamente geschwächt wird.
Umweltgifte und Elektrosmog
schwächen den Körper, das Nervensystem, überlasten den gesamten Organismus mit Toxinen, gegen die es zu Kämpfen gilt. Das Immunsystem ist irgendwann nicht mehr in der Lage, irgendeine Form von Abwehr zu leisten. Besonders zu erwähnen sind Quecksilber (z.B. Amalgam) Formaldehyd, Pestizide, Herbizide, Asbest, Lösungsmittel, Ozon.
Übersäuerung und Über-Eiweißung
entsteht durch Fehlernährung, unzureichende Versorgung der Zellen mit Sauerstoff, psychische Belastung und Stress. Es kommt zu Gärungs- und Fäulnisdyspepsie. Fehlernährung fördert das Nahrungsangebot für die Fäulnisflora, durch eine Menge unverdauter Nahrung im Dickdarm. Zunächst reagiert die Dickdarmflora mit Dysbiose, später dann auch die Dünndarmflora.

